Die Kerze zeigt das Bild der Friedenstaube, die sich auf dem Glasfenster der Heilig Kreuz Kirche in Darmstadt befindet.
Der Heilige Geist der mit seiner Kraft Menschen bewegt, Wege des Friedens, der Verständigung auch über alle Sprachbarrieren hinweg, politischen, gesellschaftlichen Gegensätze, gegen alle Autokraten den Weg des Friedens zu wagen.
Trotzdem!

Die Wanderfriedenskerze der Evangelischen Französisch-Reformierten Gemeinde ist in den Kindergottesdiensten um die Sommerferien zustande gekommen. In den Kindergottesdiensten wurde über Krieg und Frieden gesprochen. Insbesondere wurde gesprochen über die Rolle, in welchen politischen Systemen Menschen aufgrund ihrer Meinungsäußerung verfolgt werden. Es ging zum Beispiel über Untergrundbewegungen im Nationalsozialismus (die weiße Rose auf der Kerze erinnert daran) und es wurden Beispiele aus der Bibel benutzt, darunter das Beispiel der Propheten, die in biblischen Zeiten in Bedrängnis kamen.

Mit den Kindern wurde über Friedenssymbole gesprochen und darüber, wie Friede bildhaft dargestellt werden kann. Auf der Kerze finden sich einige Symbole und Friedensausdrücke: Herzen, Kreuze, das peace-Zeichen, eine Sonne, lachende Gesichter.

Das Arbeiten mit Kerzenwachs fällt nicht allen Kindern leicht. Die meisten Darstellungen sind darum eher einfach geblieben.

Der palästinensische Künstler Sliman Mansour ist am 24. August dieses Jahres verstorben. Seinem bekannten Bild „Hope“ (1985, Öl auf Leinwand) haben wir das Motiv für die Kerze entlehnt. Das Bild ist in der Aula der deutschen evangelisch-lutherischen Schule Talitha Kumi in Beit Jala bei Bethlehem zu sehen. Die Schule gibt einen geschützten Raum für christliche und muslimische Mädchen und Jungen, um gemeinsam zu lernen und ihre Persönlichkeit zu entwickeln.

Auf zivilgesellschaftlichen Akteuren vor Ort lastet ein immenser Druck. Alleine der Ausdruck von Hoffnung und Visionen für ein friedliches Zusammenleben im Heiligen Land fällt vielen Menschen immer schwerer. Es gibt Menschen, die den Erfahrungen von Gewalt und den enger werdenden Handlungsräumen etwas entgegensetzten – trotzdem: Proteste, Recherchen, Gespräche, Dokumentation, Filme, Bücher, Podcasts; politische Organisation, Lobbyarbeit, Rechtsbeistand, gesundheitliche Betreuung und Begleitung von Betroffenen; Worte und Gesten, Freundschaften, Lieder, Gebet.

Organisationen und Personen, die auf die Auswirkungen von Gewalt und auf Menschenrechtsverletzungen, von Abgrenzungen und Ausgrenzungen aufmerksam machen, berichten von vielfältigen Bedrohungen: Rückzug von Fördergeldern, Shitstorms, Verleumdung, erschwerter Zugang zu ihren Büros, Verbot ganzer Vereine und Organisationen. „Unrecht bekämpfen“ wird vor allem dort schwer, wo Recht in Frage gestellt wird. So sind z.B. über 3100 Männer, Frauen und Kinder aktuell in „administrativer Haft“ gefangen. Sie bleiben Monate, in vielen Fällen jahrelang ohne Anklage oder Gerichtsprozess im Gefängnis, mit sehr wenig Kontakt nach außen.

Aktuell ist die Schulgemeinde in Beit Jala, in der das Original von Sliman Mansour hängt in großer Sorge über die Zunahme verschiedener Formen von Gewalt in ihrem Umfeld. Auch eine ehemalige Schülerin, jetzt Studentin in Birzeit bei Ramallah, wurde im Juni aus ihrem Bett heraus von der israelischen Armee verhaftet, der Grund für die Verhaftung ist nicht bekannt. Ein ordentliches Gerichtsverfahren gibt es nicht. Bischof Dr. Imad Haddad (Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land) fordert öffentlich ihre sofortige Freilassung.

Was sehen Sie in den Menschen und Motiven, die wir auf die Kerze übertragen haben?

Wir haben dem Motiv Stacheldraht hinzugefügt. Schwer zu überwinden. Wer versucht, dort hinüber, dort hindurch zu klettern, wird sich zweifelsohne verletzen.
Hinter dem Stacheldraht hervor entwächst ein Olivenzweig, der Früchte trägt.
Dieser Zweig, der für so viele Menschen im Mittelmeerraum ein Symbol von Leben und Beständigkeit ist, drückt die Hoffnung für ein gutes Leben für alle aus und die Kraft, Grenzen zu überwinden. Wenn man von vorne auf die Kerze blickt ist er fast nicht zu sehen. Die Taube hat ein Stück des Zweiges im Schnabel und kann ihn somit höher und weiter tragen, über den Stacheldraht hinweg.

Quellen zum Bild „Hope“, zum Thema Administrativhaft, zum Fall Natalie Abudayyeh und zur Bedrohung von Zivilgesellschaft in Israel und Palästina
https://slimanmansour.com/product/symbol-of-hope-1985/

www.eappi-netzwerk.de/beharrlichkeit-und-hoffnung/


https://www.btselem.org/administrative_detention/statistics
https://www.facebook.com/btselem/posts/as-of-march-2026-some-9446-palestinians-are-held-in-israeli-prisons-4691-of-them/1399433858894348/
https://www.zeit.de/politik/2025-09/palaestinenser-haft-israel-gaza
https://www.jerusalemsverein.de/natalie-abudayyeh-weiterhin-in-haft/
https://www.amnesty.de/informieren/aktuell/israel-palaestina-ngos-zu-terrororganisationen-erklaert
https://wfd.de/deutschland-stoppt-finanzierung-israelischer-und-palastinensischer-menschenrechtsorganisationen/
 

„Verfolgt – weil sie Unrecht bekämpfen“ Die schwierige Entscheidung, die man treffen muss, wenn man Unrecht wahrnimmt, ist: Unternehme ich selbst etwas oder kann ich in der Situation nicht helfen, ohne mich selbst in Gefahr zu begeben? Mitglieder aller Hilfsdienste kennen das Problem.

Umso mehr muss man anerkennen, wenn Menschen den Mut finden, hinzusehen, zuzuhören und den Mund aufzumachen, wenn Unrecht geschieht. Gerade in totalitären Regimen, aber auch in funktionierenden Demokratien werden Demonstranten oder Menschen, die unangenehme Kritik üben, weil sie vielleicht sogar „den Finger in die Wunde legen“ oft als Querulanten abgestempelt, die – im besten Fall – den täglichen bequemen Ablauf stören. Eklatante Menschenrechtsverletzungen kommen meist nur durch Zivilcourage ans Licht der Öffentlichkeit. Dies gibt es überall auf der Welt und ist nicht auf einzelne Länder beschränkt.

Diesen Menschen, die dieses Unrecht benennen und darauf aufmerksam machen ist dieses Jahr das Thema der Wanderfriedenskerzenaktion 2026 gewidmet. Sie sind auf dieser Kerze als regenbogenfarbige Menschen dargestellt. Es gibt kein schwarz/weiß auf unserer Erde und das ist gut so. Die Erde selbst als Fundament der Menschen, die bei Einhaltung der Menschenrechte friedlich zusammenleben könnten, bilden somit den unteren Teil der Kerze. Diese Rechte der Menschen werden jedoch immer wieder mit Füßen getreten – daher der Stiefel. Auf diesem sind Gründe und Ausprägungen der Menschenrechtsverletzungen genannt. Die schon genannten bunten Männchen fordern auf, benennen und demonstrieren dagegen. Auch wenn sie Widerstand spüren – dargestellt durch die zwei schwarzen Fäuste.

Die genannten Namen im Plakat über und auf den bunten Menschen stehen nur für einige, bekanntere Mutige, die Unrecht bekämpfen. Die vielen, deren Namen wir nicht kennen, wollen wir jedoch nicht vergessen, sondern sollten sie in unseren Veranstaltungen mit der Wanderfriedenskerze miteinbeziehen in Gebet und Ehrung ihrer Taten.

Über allem – quasi als Auslöser und Unterstützung – steht jedoch der Glaube, die Liebe und die Hoffnung – dargestellt und mit Worten gefüllt – als geflügeltes Herz. Der Geist Gottes leitet uns und auch diese Menschen, um seine Schöpfung lebendig zu halten.

Die Kerzengestalterin wünscht der Kerze eine gute Reise, möge ihr Licht in vielen Veranstaltungen Wärme spenden und erbittet hierfür Gottes reichen Segen!

Die Kerze, die die Frauen des Dekanatsteams des ehemaligen ev. Dekanats Ried gestaltet haben, ist schlicht und klar.

Die Friedenstauben sind zum Teil von den Ketten der Ungerechtigkeit und Verfolgung umfangen. Doch zwischen den Ketten stehen die Peace-Symbole für all die Menschen, die sich, im Kleinen und im Großen, für Gerechtigkeit und für eine Veränderung der ungerechten Verhältnisse einsetzen.

Wie es in Psalm 34, 16 heißt: “Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien“, so können zwei der Tauben beginnen ihre Ketten zu sprengen und sich zu befreien, damit Frieden und Gerechtigkeit sich ausbreiten kann.

 

 

Das Thema der diesjährigen Aktion ist »Verfolgt – weil sie Unrecht bekämpfen«

Haben die Menschen auf unserer Erde aus der Geschichte nichts gelernt?

Immer noch müssen sich in Teilen der Erde diejenigen, die sich für die Bekämpfung von Unrecht engagieren, mit Verfolgung, Gewalt, Gefängnis und sogar Tod rechnen. Dies ist für einen friedliebenden Menschen nicht zu begreifen.

Um sich für Menschenrechte, Demokratie und Gerechtigkeit und für ein friedliches Zusammenleben einzusetzen, bedarf es Mut, der aus dem Herzen kommt. Aus diesem Grund habe ich meine Kerze mit vielen Herzen bestückt.

Sterne werden oft als ein Symbol für das Unerreichbare gesehen. Die Sterne auf meiner Kerze sind jedoch nicht nur oben angeordnet, sie befinden sich überall, in greifbarer Nähe und in direkter Nachbarschaft zu den Herzen. Dies soll symbolisieren, dass der Wunsch danach Menschenrechte, Demokratie und Gerechtigkeit, kurz gesagt alles, was wir für ein friedliches Zusammenleben brauchen, in erreichbarer Nähe ist, wenn wir dem Mut in unseren Herzen folgen. Meine Kerze will somit auffordern sich für alle Werte einzusetzen, die wir für ein friedliches Zusammenleben brauchen.

Die bunten Farben sollen die Diversität der Menschen und ihrer Interessen darstellen. Diversität macht das Leben interessant = bunt - zeigt uns andere Sichtweisen - die für uns inspirierend sein sollten und nicht durch Ablehnung, Aus- und Abgrenzung diffamiert oder sogar bekämpft werden sollten.

Das Kreuz in der Mitte der Kerze mit dem Herz darauf soll den christlichen Wert der Nächstenliebe symbolisieren, der, richtig gelebt, alle Menschenrechte beinhaltet. Die Seiten des Kreuzes, die von dem Herz ausstrahlen, sollen diese Werte, die wir allen im Herzen tragen sollten, in alle Himmelsrichtungen senden, damit diese Botschaft überall auf der Welt ankommt und Menschen den Mut finden, sich für diese einzusetzen.

E. B. von der ev. Schlossgemeinde Offenbach-Rumpenheim

„Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“   Joh 15, 13

Sich für andere aufopfern: Kennen Sie das? Wir schätzen und bewundern Menschen, die in der Lage sind, auf Dinge oder eigens Wohlbefinden zu verzichten, um anderen zu helfen oder sich für sie einzusetzen.

Sie entscheiden sich zwischen zwei Werten für jenen, von dem sie überzeugt sind, auch wenn dies Verzicht bedeutet oder Repressalien nach sich ziehen.

Gerechtigkeit ist einer der höchsten Werte unserer Gesellschaft. Wir handeln oft altruistisch um der Gerechtigkeit willen. Dazu gehört auch der Einsatz für Menschen, die ungerecht behandelt werden oder unter ungerechten Lebensverhältnissen/ -strukturen zu leiden haben. Gerechtigkeit ist eine meist verinnerlichte soziale Norm.

Einige der größten Kämpfer für Gerechtigkeit aller Zeiten bleiben uns im Gedächtnis: So haben sich Nelson Mandela (Südafrika), Mahatma Ghandi (Indien), Martin Luther King (USA), Aung San Suu Kyi (Birma), Shirin Ebadi (Iran) oder auch Anna Stepanowna Politkoskaja (Russland) für die Veränderung politischer Unrechtsstrukturen in ihren Ländern eingesetzt und diesen Einsatz zum Teil mit ihrem Leben bezahlt. Unter dem Stichwort „Bedeutende Friedenskämpfer“ werden Persönlichkeiten vorgestellt, die für ihren Kampf in den verschiedensten Ländern der Erde und zu unterschiedlichen Zeiten sogar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden.

Doch neben diesen herausragenden Beispielen gibt es viele ungenannte Held:innen, die in ihrer jeweiligen Lebenssituation oft aus einem Gefühl der Gerechtigkeit spontan altruistisch handeln oder handelten. Oft mussten sie dafür mit der persönlichen Freiheit oder dem Leben bezahlen.

Diese Menschen wollen wir in der Aktion Wanderfriedenskerze 2026 besonders in den Blick nehmen. Unter dem Motto „Verfolgt – weil sie Unrecht bekämpfen“ wollen wir für alle Opfer beten, die in ihrem Einsatz für Gerechtigkeit von Gewalt und Tod bedroht wurden und werden.

Gedanken der Kerzengestalterin bei der Gestaltung der Wanderfriedenskerze:

Das Motto „Verfolgt – weil sie Unrecht bekämpfen“ habe ich zur Gestaltung des Kreuzes Christi in den Mittelpunkt der Kerze gestellt. Aus Liebe hat Christus sich für uns Menschen ans Kreuz schlagen lassen. Die christliche Nächstenliebe ist für uns Christen ein Wert, dem wir uns nachzufolgen bemühen.

Das Kreuz steht über dem Hass und der daraus erwachsenden Gewalt und es bringt Menschen des guten Willens hervor. Sie sind in den Regenbogenfarben dargestellt, weil sie Farbe, Freude, Gerechtigkeit in unsere Gesellschaften bringen.

Die Friedenstaube greift die Farben des Regenbogens nochmals auf und macht deutlich: „STOP“ Hass und Gewalt! Im oberen Teil der Kerze habe ich einige Symbole unterdrückter, verfolgter, geächteter Menschen, gegen die sich Hass und Gewalt häufig richten, angebracht. Somit stehen die Menschen guten Willens und die Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung zwischen den beiden Polen: Verfolger/Angreifer und Verfolgte.

Am Ende der Gestaltung war ich selbst über die Farbigkeit meiner Kerze überrascht. Doch ist es nicht so, dass sich viele Menschen weltweit für mehr Gerechtigkeit und Liebe unter den Menschen einsetzen? Wäre unser Planet nicht in noch schlechterer Verfassung, wenn es die „kleinen“ Held:innen nicht gäbe?

Verfolgung kann auch heißen Spott und Kopfschütteln auszuhalten oder ausgegrenzt sein, weil man sich in der Freizeit für Hilfsorganisationen einsetzt und nicht mit dem Mainstream schwimmt.

Wir Menschen sind alle Sterne am Himmel des Lebens, doch jeder kann für sich entscheiden, wie viel Licht er aus sich heraus strahlen lässt, um die Welt ein wenig farbiger zu machen!

Stacheldraht und Gitterfenster stehen für Unterdrückung, Gefangenschaft und Krieg. Unser Gitterfenster ist aufgebrochen und nicht mehr verschlossen. Es steht für die Hoffnung, dass kein System der Gewalt und Bedrohung bestand hat. 

Das Herz in Gottes Händen ist Sinnbild für die Liebe, das Leben und die unantastbare Würde eines jeden Menschen. 
Die Hände fangen uns auf und spenden Trost.

Die Friedenstaube fliegt aus dem Gefängnis in die Freiheit und bringt die Botschaft des Friedens und der Versöhnung in die Welt. 

Die Flaggen stehen für die vielen Brennpunkte auf unserer Erde. Sie sollen an die Menschen erinnern, die gegen Krieg, Gewalt, Unterdrückung und Verfolgung aufstehen und dafür verfolgt, gefoltert, gedemütigt und inhaftiert werden.

Die Wanderfriedenskerze wurde in diesem Jahr von der pax christi Basisgruppe aus Offenbach gestaltet. Bei unserem Treffen überlegten wir, wie wir das Motto „Verfolgt – weil sie Unrecht bekämpfen“ auf der Kerze abbilden können.

Unrecht geschieht, wenn Recht nicht angewandt wird. Ein Meilenstein in der Geschichte der Menschenrechte ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 verabschiedet wurde. Ihre Werte sind - heute wie damals immer noch aktuell und universell: Gleichheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde. Immer wieder jedoch wird dagegen verstoßen und immer wieder gibt es Menschen, die aufstehen, sich verbünden, das Unrecht bekämpfen und sich nicht von Schwierigkeiten, Gewalt und Verfolgung abschrecken lassen.

Wir haben im unteren Bereich der Kerze diese Menschen dargestellt, in verschiedenen Farben um die Vielfalt deutlich zu machen und mit Stacheldraht umwickelt um den Repressalien Ausdruck zu verleihen, denen sie ausgesetzt sind. Die erhobenen Hände sollen den Protest verdeutlichen, das Erheben gegen das Unrecht.

In der Mitte haben wir symbolisch Bereiche gekennzeichnet, in denen sich Menschen engagieren und dafür verfolgt werden: in der Seenotrettung, gegen die Folgen des Klimawandels, der den Ärmsten die Existenzgrundlage raubt. Für Gerechtigkeit und Demokratie steht zum Beispiel der „Kuchen“ in vielen Teilstücken, für die Freiheit der Presse, und schließlich die Friedenstaube – das Amulett der syrischen Aktivistin Fadwa Mahmoud, die immer wieder ihre Stimme erhebt, um gegen das Verschwinden von Menschen zu protestieren.

Über all dem die Friedenstaube mit dem Ölzweig als Hoffnungszeichen.

In der Sintflutgeschichte (Gen. 7,11) wird erzählt, dass Noah die Taube mit dem Ölzweig als Zeichen verstand, dass nach vierzig Tagen Überschwemmung nur noch wenig Wasser auf der Erde stand und wieder Lebensraum zu finden war.

Für uns ist die Taube das Symbol, dass das Unrecht und die Bedrohung nicht das letzte Wort behalten! Dass es immer wieder Menschen gibt, bekannte und unbekannte Männer und Frauen, die für ein gutes Leben für alle eintreten, überall auf der Welt. Im Evangelium bei Mathäus (Mt 5,10) verspricht Jesus in der Bergpredigt diesen Menschen das Himmelreich: „Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich“.

Ihr Beispiel soll uns ermutigen, aufzustehen, statt zu schweigen, unsere Stimme zu erheben, wenn Unrecht geschieht und Menschen zu unterstützen, die unter Repressalien leiden.

„Verfolgt, weil sie Unrecht bekämpfen!“

Zum Motto der diesjährigen Friedenskerzenaktion wurden die Gestalterinnen der Pfarrei Heilige Katharina von Siena – Heusenstamm/Dietzenbach - von folgenden Gedanken geleitet:

Schon immer wurden Menschen wegen ihrer Nationalität, Religion, ethnischen Herkunft, wegen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit verfolgt und verhaftet und mussten einen qualvollen Tod erleiden. Diese Tatsache ist bis heute, wie wir wissen, brandaktuell.

Die Gestaltung unserer Kerze, die u.a. Picassos Taube vom Friedenskongress von 1949 in Paris zeigt, soll mit den verfolgenden Spuren und dem bedrohlich wirkenden Stacheldraht an diese Gewalt erinnern, aber auch die Sehnsucht der Menschen nach Frieden aufzeigen. Unsere Kerze wird in Gottesdiensten, wenn möglich, an der Osterkerze entzündet, wenn wir für den Frieden in der Welt und alle Menschen, die deshalb verfolgt werden, beten.

Sie soll ein Mahnmal sein für Liebe, Frieden und Gerechtigkeit!

 

Bild und Text zur Kerze aus Kassel werden bald zu sehen sein. 

Auch 2026 beteiligt sich der BDKJ-Diözesanverband Fulda an der Ökumenischen Aktion Wanderfriedenskerze. In diesem Jahr stehen Menschen und zivilgesellschaftliche Organisationen im Mittelpunkt, die sich weltweit für Menschenrechte, Demokratie, Gerechtigkeit und ein friedliches Zusammenleben einsetzen und dafür bedroht, verfolgt, inhaftiert oder sogar getötet werden. Ihr Engagement soll uns ermutigen, selbst aufzustehen und nicht zu schweigen, wenn Menschenrechte und demokratische Werte gefährdet sind.

Diesen Gedanken greift unsere Wanderfriedenskerze unter dem Leitwort „Verfolgt – weil sie Unrecht bekämpfen“ auf. Dabei war uns wichtig, die Menschen nicht allein als Opfer von Verfolgung darzustellen. Sie erheben ihre Stimme, leisten Widerstand, helfen anderen und kämpfen trotz persönlicher Risiken gegen Unrecht. Dafür steht die erhobene Faust als Zeichen für Mut und Widerstand sowie das Megafon für das öffentliche Benennen von Unrecht und das Erheben der eigenen Stimme. Im Mittelpunkt der Kerze bleibt das magenta Kreuz aus der bisherigen Gestaltung erhalten. Darin fliegen zwei Tauben als Zeichen für Frieden und Hoffnung. Das Kreuz verbindet die Botschaft der Aktion mit unserem christlichen Glauben: Es erinnert an Leid und Verfolgung, steht für uns aber zugleich für Hoffnung und neues Leben. Besonders hervorgehoben ist eine Blume, die zwischen Gefängnisgittern wächst und diese durchbricht. Sie erinnert an all jene, die wegen ihres Einsatzes für Freiheit und Menschenrechte inhaftiert werden – wie beispielsweise die iranische Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi. Gleichzeitig steht die wachsende Blume dafür, dass Hoffnung, Mut und der Wunsch nach Freiheit auch dort weiterleben können, wo Menschen zum Schweigen gebracht werden sollen.

Ergänzt werden die Motive durch die drei Begriffe Menschenrechte · Demokratie · Frieden. Sie fassen zusammen, wofür die Menschen stehen, denen die diesjährige Aktion gewidmet ist und erinnern uns zugleich daran, dass diese Werte nicht selbstverständlich sind.

Unsere Kerze soll deshalb nicht nur an verfolgte Menschen erinnern. Sie stellt auch die Frage an uns selbst: Wo müssen wir unsere Stimme erheben, wenn Menschenrechte, Demokratie und Frieden bedroht sind? Wir wünschen euch mit unserer Wanderfriedenskerze besondere Momente, gute Gespräche und viele Impulse für euren Einsatz für Menschenrechte, Demokratie und Frieden.


Die Symbole auf unserer Wanderfriedenskerze der kfd und KAB in Fulda erzählen eine starke Geschichte. Sie verbinden die biblische Friedensbotschaft mit dem Einsatz für Gerechtigkeit und erinnern daran, dass Menschen verfolgt werden, weil sie Unrecht beim Namen nennen und sich für andere einsetzen.

„Verfolgt, weil sie Unrecht bekämpfen.“ Unsere Wanderfriedenskerze begleitet Frauengruppen der kfd im Bistum Fulda und Frauen und Männer der KAB. Sie erinnert daran, dass Frieden nicht selbstverständlich ist. Frieden braucht Menschen, die hinschauen, ihre Stimme erheben und den Mut haben, Unrecht entgegenzutreten – auch dann, wenn sie dafür Ablehnung, Ausgrenzung oder sogar Verfolgung erfahren.

Die Kerze trägt bewusst ausgewählte Symbole, die diese Botschaft sichtbar machen:

Der Regenbogen erinnert an Gottes Bund mit den Menschen. Er ist Zeichen der Hoffnung und der Zusage: Gott steht auf der Seite des Lebens. Nach jeder Dunkelheit kann neues Licht aufbrechen.

Die Friedenstaube mit dem Ölzweig steht für den Frieden, den Gott schenkt und zu dem wir berufen sind. Echter Frieden entsteht dort, wo Versöhnung möglich wird, und Gewalt überwunden wird.

Die brennende Kerze mit dem Kreuz verweist auf Christus, das Licht der Welt. Sein Licht leuchtet besonders dort, wo Menschen Dunkelheit erleben und Hoffnung brauchen.

Die Waage steht für Gerechtigkeit. Sie fordert uns heraus, genau hinzusehen: Wo werden Menschen benachteiligt? Wo wird Wahrheit unterdrückt? Wo braucht es unsere Stimme?

Das Herz erinnert daran, dass jedes Engagement für Gerechtigkeit aus einem mitfühlenden Herzen wächst. Wer liebt, kann Unrecht nicht gleichgültig hinnehmen.

Die Wurzeln mit dem jungen Trieb zeigen: Hoffnung wächst selbst dort, wo vieles zerstört scheint. Wer in Gottes Liebe verwurzelt ist, kann neue Kraft schöpfen und Zukunft gestalten.

Unsere Wanderfriedenskerze lädt ein, sich mit Menschen die sich für Menschenrechte, Wahrheit, Frieden und Gerechtigkeit einsetzen solidarisch zu sein, für sie zu beten und selbst den Mut zu finden, dort aufzustehen, wo Unrecht geschieht. Denn Frieden beginnt dort, wo Menschen nicht wegsehen.

Messdienerinnen und Messdiener der Gemeinde St. Peter und Paul in Marburg haben während eines Wochenendes im Sauerland die Friedenskerze gestaltet.
Thematisch haben sie sich aus Anlass des 800. Todestages des heiligen Franziskus mit seiner Person beschäftigt.
Sie haben darüber gesprochen, dass sich Franz v. Assisi auch gegen Widerstände für Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt hat, dafür ist er von seiner Familie und Freunden verstoßen worden.
Er war ein Pionier, wenn es darum geht, sich für die Achtung von Natur und Umwelt einzusetzen und das auf dem christlichen Fundament, dass Gott unsere Welt geschaffen hat.
Franziskus hat bereits vor 800 Jahren ein wertschätzendes Verhältnis zur Schöpfung vorgelebt und angemahnt.

Eröffnungsgottesdienst im Frankfurter Dom
Zum Antikriegstag am 1. September um 18.30 Uhr, wurde im Frankfurter Dom die ökumenische Aktion Wanderfriedenskerze eröffnet.
Mehr als 200 Teilnehmende füllten den Dom und feierten unter der Leitung von Pfarrerin Heike Beck und Pfarrer Peter Hofacker einen Gottesdienst, der einer bunten und solidarischen Gemeinschaft Ausdruck verlieh und gleichzeitig mutiges Engagement gegen Unrecht in den Mittelpunkt stellte. Die Predigt zu Psalm 7, Bittgebet eines unschuldig Verfolgten, erinnerte daran, dass wir Beispiele für bedrohte Aktivist:innen nicht nur in der Ferne finden, Grenzen von Meinungsfreiheit verschieben sich auch hier.
Der Psalm mahnt an, dass Ungerechtigkeit sich am Ende gegen die Täter:inen wenden wird.
Musikalisch wurde die Eröffnung begleitet vom Singkreis der DPSG-Pfadfinder:innen aus Heddernheim, eingeläutet mit dem eigens für die Aktion geschriebenen Lied „Selig die Verfolgten“.

Friedenskerzen auf Reise
Künstlerisch gestaltete Kerzen zeigen Symbole für Engagement und Widerstand gegen Unterdrückung und Verfolgung sowie Zeichen der Hoffnung. Sie sind nun bereits auf zwölf Standorte in Hessen und Rheinland-Pfalz verteilt. Von dort aus »wandern« sie durch mehr als 150 evangelische und katholische Gemeinden, Ordensgemeinschaften, Verbände, Gruppen und ökumenische Initiativen.

Friedenspolitischer Empfang 
Beim anschließenden friedenspolitischen Empfang im Haus am Dom ermutigte Dr. Vedrin Sahovic von amnesty international in seinem Kurzvortrag zum Thema der Aktion Wanderfriedenskerze 2026 »Verfolgt, weil sie Unrecht bekämpfen« zu konkretem Handeln: Angesichts der globalen und lokalen Herausforderungen für den Schutz von Menschenrechten sind wir nicht ohnmächtig. Engagement einzelner, zum Beispiel das Schaffen einer Öffentlichkeit und Sammeln von Unterschriften, kann konkret Veränderung bewirken, um nötigen Schutz herzustellen.

Laufende Aktion
Die Aktion läuft nun bis zum Buß- und Bettag, dem 18. November. Wer eine der Kerzen in seine Gemeinde holen möchte, kann sich hier informieren und hier eine Kerze reservieren. Die Standorte zur Ausleihe der Kerzen sind in Darmstadt, Frankfurt, Fulda, Heppenheim, Heusenstamm, Kassel, Limburg, Mainz, Marburg, Offenbach und Wetzlar.

Kollekten als Spende
Die Aktion Wanderfriedenskerze 2026 lädt dazu ein, Kollekten während der Gottesdienste dem gemeinsamen Spendenaufruf von Caritas International und der Diakonie Katastrophenhilfe zu widmen. Spenden werden direkt weitergeleitet an die sudanesische zivile Initiative „Emergency Response Rooms“ und unterstützen sie in ihrer mutigen, herausfordernden humanitären Hilfe im Sudan.

Herausgeber der Ökumenischen Aktion Wanderfriedenskerze
Umgesetzt wird die ökumenische Aktion Wanderfriedenskerze von der Koordinationsstelle Dialog und gesellschaftliche Verantwortung des Bistums Mainz, dem Fachteam Gesellschaftliche Verantwortung (Abteilung Weltkirche) des Bistums Limburg, dem Zentrum Ökumene der evangelischen Kirche in Hessen-Nassau und Kurhessen-Waldeck und dem pax christi Regionalverband Limburg-Mainz.

Ein herzlicher Dank gilt allen, die die Eröffnung mitgestaltet haben und die sich im Rahmen der Ökumenischen Aktion vielfältig engagieren!